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Was versteht man unter Geriatrie?

Geriatrie ist die medizinische Spezialdisziplin, die sich mit den körperlichen, geistigen, funktionalen und sozialen Aspekten in der Versorgung von akuten und chronischen Krankheiten, der Rehabilitation und Prävention alter Patientinnen und Patienten sowie deren spezieller Situation am Lebensende befasst. Diese Patientengruppe weist einen hohen Grad an Gebrechlichkeit und Multimorbidität auf und erfordert einen ganzheitlichen Ansatz.

Im Alter können sich Krankheiten mit einem veränderten Erscheinungsbild präsentieren und sind daher häufig schwer zu diagnostizieren. Therapieerfolge treten verzögert ein. In der Regel besteht zusätzlich ein Bedarf an sozialer Unterstützung. Geriatrie umfasst daher nicht nur organorientierte Medizin, sondern bietet zusätzlich Behandlung im interdisziplinären Team, welche den funktionellen Status und die Lebensqualität des älteren Patienten verbessert und seine Selbstständigkeit fördert.

Geriatrische Medizin behandelt die speziellen Erkrankungen alter Patientinnen und Patienten, die häufig älter als 65 Jahre und mehrfache Krankheitsbilder aufweisen. Die Mehrzahl der Patienten, die von Geriatrischer Medizin profitiert, gehört der Altersgruppe der über 80-Jährigen an.

Die Definition „Was ist Geriatrie“ ist der erste Teil der Übersetzung einer gemeinsamen Erklärung der EUGMS, der Vereinigung Geriatrisch-Medizinischer Gesellschaften der Europäischen Union, entstanden auf der EUGMS Tagung in Malta 2007. Sie ist von Vertretern dieser Fachgesellschaften erarbeitet und als konsentierte Definition verabschiedet worden. Die vollständige deutsche Übersetzung ist in der Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie, 2009, Volume 42, Number 5, Seiten 412-415 erschienen.