Die Kneipptherapie baut auf fünf Säulen auf:
1. die Kneipp’ sche Hydro- oder Wassertherapie
2. die Bewegungstherapie
3. die Ernährungstherapie
4. die Behandlung mit Heilkräutern
5. die Ordnungstherapie
Auch heute hat die Behandlung mit Wasser in der Kneipptherapie immer noch einen dominierenden Stellenwert. Wir kennen in der Kneipptherapie über 100 verschiedene Wasseranwendungen, die wir entsprechend den Krankheitsbildern bei unseren Patienten anwenden.
Die Hydrotherapie umfasst die Waschungen, die Kneipp’ schen Güsse, die als Kalt-, Wechsel-, Warm- oder Heißgüsse verabreicht werden, die Bäder, die Wickel, die Packungen, die Auflagen und die heißen Dämpfe.
In der Kneipptherapie werden Wasserreize nach einem bestimmten Schema und nach einer genauen Dosierung verabreicht, wobei das Ziel jeder Behandlung darin bestehen sollte, durch einen Reiz die eigenen Körperkräfte so weit zu stärken, dass der Patient mit einem Krankheitsgeschehen selber fertig wird oder sich so weit abhärtet, dass er gegen Krankheiten immun wird.
Für die Reizstärke gilt:
1. kleine Reize entfachen die Lebensfunktionen
2. gut dosierte, mittlere Reize kräftigen und fördern
3. übergroße Reize schaden.
Grundprinzipien der hydrotherapeutischen Anwendungen und die Voraussetzung für eine richtige Regulation sind:
1. akute Krankheitsprozesse erfordern mehr Kaltreize, chronische Krankheitsprozesse sind eher durch Wärmereize zu beheben
2. jede Anwendung muss im Körper einen kribbelnden, wärmenden Effekt erzeugen
3. ein Kältereiz darf nur auf eine erwärmte Haut verabfolgt werden.
Befindet sich der Körper in einem kalten Zustand, dann verwenden wir heiße oder Wechselanwendungen, denn nur so können richtige Kneippreaktionen im Körper ausgelöst werden.









