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Nukleartherapie für die Schilddrüse (Radiojodtherapie) - Krankheitsbilder und häufige Fragen


Die Angebote der Nukleartherapie setzen sich zusammen aus:

  • Radiojodtherapie (zur Behandlung der Schilddrüse)
  • Radiosynoviorthese, kurz RSO (zur Behandlung der Gelenke)
  • Nuklearmedizinischen Schmerzbehandlung bei Knochenmetastasen

Hier finden Sie nachfolgend Informationen zur Radiojodtherapie.

Hier finden Sie nachfolgend Informationen zur Radiojodtherapie.

Nuklearmedizinische Behandlung der Schilddrüse (Radiojodtherapie)
Zur Radiojodtherapie bieten wir Ihnen an dieser Stelle unsere Merkbroschüre zum Donwload an. Download PDF (5 MB)

1.1. Autonomie
Zu den wichtigsten Erkrankungen der Schilddrüse, die in unserer Region relativ häufig eine Schilddrüsenüberfunktion auslösen, gehört die so genannte ”Autonomie”. Wir verstehen darunter Regionen in der Schilddrüse, die unabhängig (autonom) arbeiten von den übergeordneten Zentren (Hirnanhangdrüse beziehungsweise Zwischenhirn).

Dadurch reagieren diese Regionen bei höherer Jodzufuhr, insbesondere wenn sie auch ein größeres Volumen haben, häufig mit der Entwicklung einer Schilddrüsenüberfunktion. Wie bei vielen anderen Erkrankungen auch, ist die Frage nach der Behandlungsnotwendigkeit der Autonomie abhängig von den vorliegenden Beschwerden, hier sind insbesondere Herzbeschwerden, wie Herzrasen, Herzrhythmusstörungen, Gewichtsabnahme, starkes Schwitzen und so weiter zu berücksichtigen. Daneben ist auch das Alter für die Durchführung einer definitiven Behandlung wichtig.

Nach einer neuen amerikanischen Studie ist bei über 60-jährigen Männern zum Beispiel das Risiko, ein ”Vorhofflimmern”, eine relativ gefährliche Form einer Herzrhythmusstörung, um das Dreifache gegenüber der Normalbevölkerung erhöht, wenn die Funktionslage sich der Überfunktion nähert. Im Gegensatz zum Morbus Basedow kommt es bei der Autonomie sehr selten zu Spontanheilungen. Deshalb ist in aller Regel eine definitive Behandlung durch Radiojod oder eine Operation nach Stellung der Diagnose angezeigt.

Wir unterscheiden folgende Formen:

unifokale Autonomie: Dabei handelt es sich in der Regel um einen so genannten ”heißen Knoten” = isolierte Mehrspeicherung im Szintigramm.

multifokale Autonomie: Hier sind mehrere so genannte heiße Zonen im Schilddrüsenszintigramm erkennbar.

Unifokale Autonomie: auf der linken Seite der Schilddrüsenüberfunktion.
Sechs Monate nach der Radiojodbehandlung.
Zwei heiße Knoten im linken Schilddrüsenlappe.
Nach der Radiojodbehandlung.

multifokale Autonomie: Hier sind mehrere so genannte heiße Zonen im Schilddrüsenszintigramm erkennbar.

disseminierte Autonomie: Hier ist in der Regel die Schilddrüse fleckförmig durch kleinste heiße Bezirke weitgehend durchsetzt.

Multifokale Autonomie mit verschiedenen heißen Knoten vor der Radiojodbehandlung.
Multifokale Autonomie mit verschiedenen heißen Knoten vor der Radiojodbehandlung.
Disseminierte Autonomie vor der Radiojodbehandlung mit Schilddrüsenüberfunktion.
Zustand nach der Radiojodbehandlung. Die Überfunktion ist beseitigt. Die Schilddrüse ist verkleinert.

1.2. Immunogene Überfunktion: Immunogene Überfunktion vom Typ Basedow
Die Basedow-Überfunktion ist dadurch gekennzeichnet, dass die gesamte Schilddrüse betroffen ist. Auslöser sind hier Antikörper, die die Schilddrüsenzellen stimulieren. Dadurch kommt es zu einer meist relativ starken Schilddrüsenüberfunktion, weil praktisch alle Schilddrüsenzellen eine Mehrproduktion von Schilddrüsenhormonen bewirken. Die Basedow'sche Erkrankung geht relativ häufig einher mit der sog. endokrinen Orbitopathie, die meist zu einem Hervortreten beider Augen oder von einem Auge führt, verbunden mit einer Lidschwellung, im allgemeinen auch vermehrten Tränenfluss, Lichtempfindlichkeit. Diese so genannte endokrine Orbitopathie kann vor, während und nach einer Phase mit einer Überfunktion auftreten. Hier sind spezielle Behandlungsmaßnahmen bisweilen erforderlich. Allerdings ist auch hier die Behandlung der Grunderkrankung ganz wichtig.

1.2. Immunogene Überfunktion: Immunogene Überfunktion vom Typ Basedow
Die Basedow-Überfunktion ist dadurch gekennzeichnet, dass die gesamte Schilddrüse betroffen ist. Auslöser sind hier Antikörper, die die Schilddrüsenzellen stimulieren. Dadurch kommt es zu einer meist relativ starken Schilddrüsenüberfunktion, weil praktisch alle Schilddrüsenzellen eine Mehrproduktion von Schilddrüsenhormonen bewirken. Die Basedow'sche Erkrankung geht relativ häufig einher mit der sog. endokrinen Orbitopathie, die meist zu einem Hervortreten beider Augen oder von einem Auge führt, verbunden mit einer Lidschwellung, im allgemeinen auch vermehrten Tränenfluss, Lichtempfindlichkeit. Diese so genannte endokrine Orbitopathie kann vor, während und nach einer Phase mit einer Überfunktion auftreten. Hier sind spezielle Behandlungsmaßnahmen bisweilen erforderlich. Allerdings ist auch hier die Behandlung der Grunderkrankung ganz wichtig.

Immunogene Schilddrüsenüberfunktion vom Typ Basedow. Starke Überfunktion vor Radiojodbehandlung.
Zustand nach Radiojodbehandlung. Starke Organverkleinerung. Die Schilddrüsenüberfunktion ist ausgeschaltet. Die Patientin nimmt ein Schilddrüsenhormon zum Ausgleich der entstandenen Unterfunktion ein.

Während in den USA beim sog. Morbus Basedow zumeist ganz früh eine Radiojodbehandlung durchgeführt wird, wird in Europa, speziell in Deutschland derzeit noch ein konservatives Vorgehen zu Beginn der Erkrankung bevorzugt. Das heißt: bei uns werden die meisten Patienten nach Diagnosestellung dieser Erkrankung über etwa ein Jahr mit so genannten ”Thyreostatika” behandelt. Das sind Mittel in Tablettenform gegen eine Schilddrüsenüberfunktion. Da diese Mittel nicht selten Nebenwirkungen aufweisen, wie Beeinflussung des Blutbildes, Gelenkbeschwerden, Hauterscheinungen usw., ist diese Behandlung für einige Patienten etwas problematisch, da auch nicht sehr viele verschiedene Präparate zur Auswahl stehen.

Durch umfangreiche Studien hat man festgestellt, dass nach einer derartigen einjährigen medikamentösen Behandlung, oft erst nach mehreren Jahren, bei über 50 % der Patienten ein Krankheitsrückfall (Rezidiv) auftritt. Nach einer sehr sorgfältigen italienischen Studie von 1997 betrifft dies in besonderem Maße Patienten, die eine relativ große Schilddrüse haben und deutlich erhöhte Antikörper aufweisen (insbesondere TRAK = TSH-Rezeptor-Antikörper). Neben der Radiojodbehandlung kommt in einer Reihe von Fällen auch eine Operation infrage, insbesondere wenn die Schilddrüse sehr groß ist und auch Knoten aufweist.

Bei den kleineren Schilddrüsen ist sicherlich die Radiojodbehandlung die Methode der Wahl, da sie deutlich weniger Risiken beinhaltet.

Beispiel für eine multifokale Autonomie mit relativ kleinem heißen Knoten. Im Vordergrund steht hier die deutliche Schilddrüsenvergrößerung, insbesondere auf der rechten Seite mit wahrscheinlich vorliegenden kalten Knoten. Aus diesemGrunde Empfehlung einer Schilddrüsenoperation.
Sehr große Schilddrüse bei immunogener Überfunktion. Wegen der Größe Empfehlung einer Operation. Operationsgewicht 240 gr.

1.4. Knotenstruma

Hier handelt es sich um eine zumeist deutliche Schilddrüsenvergrößerung mit einem oder mehreren Knoten in der Schilddrüse, wodurch es zu mechanischen Behinderungen kommt, insbesondere Schluckbeschwerden, Kloßgefühl und Luftnot. Auch wenn hierzu meist eine Operation vorgeschlagen wird, so kann doch in einzelnen Fällen auch eine Radiojodbehandlung versucht werden, die durchaus zu einer Volumenreduktion um etwa 50 % führen kann.

Größerer Knotenkropf bei 64-jährigem Patienten mit Schluckbeschwerden. Normale Stoffwechsellage.
Sechs Monate nach der Radiojodbehandlung. Die Schilddrüse ist deutlich kleiner geworden. Die Schluckbeschwerden sind nicht mehr vorhanden.
Entwicklung der Beschwerden bei einem Knotenkropf nach einer Radiojodbehandlung. (Dyspnoe = Luftbeschwerden, Dysphagie = Schluckbeschwerden, Stridor = Starke Atembeschwerden)
Durchschnittliche Abnahme des Schilddrüsenvolumens in Abhängigkeit von der Zeit nach durchgeführter Radiojodbehandlung.

Damit gelingt es oft, die wesentlichen Beschwerden entscheidend zu verringern. Die Radiojodbehandlung zur Verkleinerung bei einem so genannten ”Knotenkropf” sollte allerdings nicht erwogen werden, wenn größere so genannte ”kalte Knoten” vorhanden sind.
Bei diesen kalten Knoten ist einfach das Risiko, dass sich dahinter auch eine bösartige Veränderung verbirgt, höher als bei Knotenbildungen, die vermehrt die radioaktive Substanz speichern (heiße Knoten).
Dies muss im Einzelfall nach einer sehr sorgfältigen Ultraschalluntersuchung und eventueller Feinnadelpunktion des oder der Knoten festgelegt werden.

1.5. Bösartige Schilddrüsenerkrankungen

Bei bestimmten Formen von Schilddrüsenkrebs (hierbei handelt es sich um die mit Abstand häufigste Schilddrüsen-Krebs-Gruppe) wird zunächst eine relativ radikale Schilddrüsenoperation durchgeführt, um die Schilddrüse möglichst vollständig zu entfernen. In vielen Fällen werden dabei auch benachbarte Lymphknoten mit entfernt. Dies streben wir in unserem Hause in der Regel an. Die Radiojodbehandlung erfolgt unter der Vorgabe, auch kleinste Schilddrüsenreste auszuschalten. Dadurch gelingt es wesentlich besser, eventuell noch vorhandene Jod speichernde Tochtergeschwülste des Tumors mit Radiojod auszuschalten. Dies ist in manchen Fällen lebensrettend. Schon viele Patienten konnten durch die Radiojodbehandlung von den Folgen des Schilddrüsenkrebses geheilt werden.

BösartigerSchilddrüsentumor bei 45-jährigem Patienten (differenziertes Schilddrüsenkarzinom). Bei der zweiten Radiojodbehandlung (a) deutliche Speicherung des radioaktiven Jodes in Tochtergeschwülsten des Tumors in der Lunge (Lungenmetastasen) und im Schilddrüsenrest.
Bei der darauf folgenden Radiojodbehandlung sind die Lungenmetastasen jetzt praktisch nicht mehr sichtbar. Sie sind durch die vorhergehende Radiojodbehandlung praktisch ausgeschaltet. Der Patientin geht es gut.

1.6. Häufig gestellte Fragen und Antworten:

Gibt es ausreichende Erfahrungen mit der Radiojodbehandlung?
1942 wurde erstmals eine Radiojodbehandlung in den USA durchgeführt.
Bedingt durch den 2. Weltkrieg und die schwierigen Nachkriegsverhältnisse wurden in Europa die ersten Erfahrungen erst etwas später gewonnen. So wurde in Europa der erste Patient mit Tochtergeschwülsten eines Schilddrüsentumors 1949 vom späteren Direktor der Nuklearmedizinischen Universitätsklinik in Bonn, Prof. Winkler, in Aachen behandelt. Die ersten Radiojodbehandlungen in Deutschland bei gutartigen Schilddrüsenerkrankungen erfolgten 1950 in Hamburg. Seitdem sind weltweit millionenfach derartige Behandlungen erfolgt.

Zigtausende von Patienten wurden über viele Jahre exakt wissenschaftlich nachuntersucht. Dabei konnten praktisch keine Schädigungen durch die erfolgte Behandlung festgestellt werden. Die Behandlungen waren meist sehr erfolgreich.

In Deutschland liegt die Zahl der jährlichen Behandlungsfälle bei etwas 35 000. Durch strenge Auflagen des Gesetzgebers ist die Zahl der Behandlungszentren stark eingeschränkt. Es gibt bei uns nur 125 derartige Zentren. Dernbach gehört mit zehn Betten zu den größeren Behandlungszentren. Jährlich werden dort etwa 500 Patienten mit Radiojod behandelt.

Was versteht man unter Radiojod?
Unter Radiojod versteht man das Jod-131. Es handelt sich um die radioaktive Variante von Jod. Der Körper kann nicht unterscheiden, ob es sich um eine radioaktive Form von Jod oder um eine nicht radioaktive Form handelt. Die Halbwertszeit von Jod-131 beträgt nur acht Tage.
In dieser Zeit sind 50 % des gegebenen Jodes in andere Bestandteile zerfallen. Da neben dem so gennanten physikalischen Zerfall das Jod auch noch zusätzlich ausgeschieden wird, ist die so genannte biologische Halbwertszeit kürzer.

Warum werden die Patienten abgeschirmt?
Werden sie in Bleikammern oder Bunkern untergebracht?
Zum Schutz von besonders strahlenempfindlichen Personen (zum Beispiel Schwangere oder Kleinkinder) hat der Gesetzgeber bei uns besonders strenge Vorschriften erlassen. In den ersten Tagen nach einer Radiojodbehandlung ist die Strahlenbelastung für andere Personen etwas höher.
Außerdem wird radioaktives Jod mit dem Urin und auch mit dem Stuhl teilweise ausgeschieden.

Durch geeignete Abschirmungsmaßnahmen und eine Abwassersammelanlage (Abklinganlage) wird vermieden, dass die genannten Personen mit erhöhten Strahlungen in Kontakt kommen. Dem Umweltschutz wird dadurch voll Rechnung getragen. Nach den langjährigen Erfahrungen konnte man jedoch die Vorschriften etwas lockern, da man keine Schädigungen an den genannten Personen festgestellt hat.

Patientenzimmer auf der Therapiestation. Oberarzt Dr. Gosmann im Gespräch mit Patienten, die eine Radiojodbehandlung bekommen.

Trotz aller Gerüchte benötigen die speziellen Stationen für die Radiojodbehandlung keinen Bunker oder eine Bleikammer. Es sind weitgehend normale Zimmer, die häufig kleinere Abschirmwände aufweisen, damit das versorgende Personal einen höheren Schutz hat. Aus grundsätzlichen Überlegungen sind jedoch Besuche nicht gestattet.
In Dernbach sind die Zimmer hell und freundlich gestaltet, haben große Fenster, einige Zimmer haben sogar eine Art Wintergarten. In jedem Zimmer ist ein Telefon, Fernseher vorhanden, teilweise auch ein Faxgerät, Videorecorder und ein CD-Player.

Wie läuft eine Radiojodbehandlung ab?
Am Tag der stationären Aufnahme erhält der Patient nach Abschluss aller Untersuchungen in der Regel am frühen Nachmittag des Aufnahmetages einmalig eine Kapsel mit dem radioaktiven Jod. Dies ist eine gebräuchliche Medikamentenkapsel und dadurch leicht zu schlucken und in aller Regel wird dies auch problemlos vertragen. Danach kann sich der Patient wieder in sein Zimmer zurückziehen. Es handelt sich meist um Ein- oder Zweibettzimmer. Der stationäre Mindestaufenthalt beträgt, gesetzlich vorgegeben, 48 Stunden.
Durch tägliche Messung wird festgestellt, wann der durch die Behörden vorgegebene Schwellenwert (neuerdings 3,5 µSv pro Stunde in zwei Meter Abstand) erreicht ist. Dann wird der Patient in aller Regel entlassen.

Wodurch wird die Länge des stationären Aufenthaltes bestimmt?
Die stationäre Aufenthaltsdauer ist ganz wesentlich von der Größe der Schilddrüse abhängig. Sie beträgt in der Regel zwischen zwei und zwölf Tagen. In Einzelfällen kann aber auch die Behandlung so gestaltet werden, dass von vornherein eine mehrfache Behandlung in Abständen von mehreren Monaten geplant ist.

Kann die von dem Patienten ausgehende Strahlung auf andere Personen übertragen werden?
Der Hauptanteil der Strahlung wirkt nur wenige Millimeter (so genannte Betastrahlung). Daneben gibt es noch eine so genannte Gammastrahlung, die eine größere Reichweite hat. Diese Strahlung kann gut von außen gemessen werden. Damit können auch Szintigramme aufgenommen werden. Die Gamma-Strahlung ist auch der Grund, dass die Patienten andere Personen bestrahlen können. Aus diesem Grund sollen die Patienten einen größeren Abstand, mindestens ein bis zwei Meter zu anderen Patienten einhalten beziehungsweise die Kontaktzeit möglichst kurz halten. Eine Übertragung der Strahlung, ähnlich wie bei einer Infektionserkrankung, ist praktisch nicht möglich. Seien Sie unbesorgt. Wenn Sie den nötigen Abstand und die entsprechenden Zeitvorgaben einhalten, dann ist die von Ihnen ausgehende Bestrahlung nicht höher als zum Beispiel die Bestrahlung, die bei einem Transatlantikflug auf alle Passagiere einwirkt.

Was ist noch bei der Radiojodbehandlung zu beachten?
Fragen Sie den Stationsarzt, ob es irgendwelche zeitlichen Einschränkungen in den Tagen und unmittelbar nach der Radiojodbehandlung gibt. Meistens sind Einschränkungen nicht erforderlich.

Ist die Radiojodbehandlung schmerzhaft?
Die allermeisten Patienten empfinden überhaupt nichts bei einer Radiojodbehandlung. In relativ wenigen Fällen, insbesondere bei sehr großen Schilddrüsen oder speziellen Knoten, können einige Tage nach der Radiojodbehandlung leichte Schmerzen im Halsbereich auftreten. Man spricht dann von einer so genannten Strahlenentzündung. Diese Beschwerden klingen meist ohne zusätzliche Behandlung nach einigen Tagen wieder ab. Sollten sie etwas stärker sein, hilft meistens eine Eiskrawatte. In ganz seltenen Fällen ist eine zusätzliche medikamentöse Behandlung angezeigt.

Bei welchen Erkrankungen der Schilddrüse ist eine Radiojodbehandlung ungünstig? Wann ist eine operative Behandlung günstiger?
Schilddrüsenerkrankungen mit vielen Knoten, insbesondere mit so genannten ”kalten Knoten”, das heißt, das sind Knoten, die Jod nur sehr schwach aufnehmen. Hier ist meistens eine Operation notwendig. Die letzte Entscheidung kann nur in einem erfahrenen Schilddrüsenbehandlungszentrum gefällt werden. Fragen Sie danach! Besonders ausgeprägte Schilddrüsenvergrößerungen. Hier gelingt es oft, erst nach mehreren stationären Behandlungen, einen ausreichenden Effekt zu erzielen. Auch in diesen Fällen ist eine Operation meistens günstiger. Der Effekt wird auch wesentlich rascher erreicht.

Gibt es Beschränkungen beim Wasserverbrauch auf der Radiojodstation?
Grundsätzlich ja. Da sämtliche Ausscheidungen der Patienten weit über 100 Tage gesammelt werden müssen, muss leider der Wasserverbrauch etwas eingeschränkt werden. Das bedeutet, dass Duschen in der Regel nur selten gestattet werden kann. Auch sind zumeist Wasser sparende Armaturen vorhanden. Dies ist jedoch nur eine geringe Komfort-Einbuße.

Sehr große Schilddrüse bei immunogener Überfunktion. Wegen der Größe Empfehlung einer Operation. Operationsgewicht 240 g.

Muss man nach einer Radiojodbehandlung nachuntersucht werden?
Hier sind die Verhältnisse ähnlich wie nach einer Operation. Da durch eine Radiojodbehandlung eine wesentliche Veränderung der Schilddrüse zumeist eingetreten ist, sind lebenslange Kontrolluntersuchungen erforderlich. Anfänglich müssen die Untersuchungen in einem kürzeren Abstand erfolgen, zumeist handelt es sich hier um Blutuntersuchungen. Später sind in der Regel Kontrollen in etwa 1-jährigem Abstand ausreichend.

Muss man nach einer Radiojodbehandlung weiter Medikamente für die Schilddrüse einnehmen?
Dies hängt sehr von den unterschiedlichen Erkrankungsformen ab. Es gibt viele Patienten, die nach einer Radiojodbehandlung überhaupt keine Schilddrüsenmedikamente benötigen. Bei einigen Patienten, insbesondere bei Patienten mit Zustand nach einer Basedow-Überfunktion muss mit einem sehr viel höheren Prozentsatz damit gerechnet werden, dass eine so genannte Unterfunktion durch die Behandlung eingetreten ist. Dann ist eine lebenslange Behandlung mit Schilddrüsenhormonen erforderlich.

Dies ist im eigentlichen Sinne keine Chemie, sondern eine exakte Kopie der körpereigenen Schilddrüsenhormone. Dementsprechend sind Nebenwirkungen durch diese Schilddrüsenhormone bei richtiger Anwendung praktisch nicht zu befürchten.

Womit kann man die Strahlenbelastung des Patienten bei der Radiojodbehandlung vergleichen?
Die Strahlenbelastung der Schilddrüse ist bei einer Radiojodbehandlung hoch. Dies ist ausdrücklich gewünscht. Daneben kommt es zu einer geringen, jedoch unterschiedlich gestalteten Belastung von anderen Organen des Körpers. Wenn man die Keimdrüsen speziell betrachtet, entspricht die Strahlenbelastung durch eine Radiojodbehandlung in etwa einer Strahlenbelastung durch eine eingehende Röntgenuntersuchung, beispielsweise Computertomografie, Magen-Darm-Passage, Röntgenuntersuchung der Nieren.

Gibt es eine Altersgrenze für eine Radiojodbehandlung?
In den USA werden bereits seit vielen Jahren junge Erwachsene, sogar Kinder, mit Radiojod behandelt. Auch dort konnten keine Schädigungen festgestellt werden. Diese Überlegungen haben auch in Deutschland und Europa dazu geführt, die früher oft genannte Altersgrenze von 35 - 40 Jahren für Erwachsene fallen zu lassen. Bei den strahlenempfindlicheren Kindern und Jugendlichen wird nach wie vor eine Radiojodbehandlung nur in Ausnahmefällen durchgeführt.

Kann man nach einer Radiojodbehandlung noch schwanger werden?
Grundsätzlich bestehen keine Bedenken gegen eine Schwangerschaft nach einer Radiojodbehandlung, da es keine relevanten Erbgutschädigungen gibt. Aus grundsätzlich reiner Vorsicht wird jedoch für das erste halbe Jahr nach der Radiojodbehandlung empfohlen, auf eine Schwangerschaft zu verzichten.

Gibt es eine Häufung von bösartigen Erkrankungen nach Durchführung einer Radiojodbehandlung?
Durch große Untersuchungsreihen hat man keinerlei Häufungen von bösartigen Tumoren beziehungsweise einer Leukämie nach Radiojodbehandlung gefunden.

Was versteht man unter einem Radiojodtest?
Die Radiojodbehandlung ist eine individuelle Behandlungsform. Um möglichst genau die erforderliche Dosis für den Patienten zu berechnen, wird die Radiojodbehandlung im so genannten Radiojodtests simuliert.
Der Patient erhält, zumeist ambulant, eine kleine Aktivitätsmenge von Jod-131 zum Schlucken. Etwa eine Stunde nach Gabe des Radiojodes.

Nuklearmedizin
Als eine der größten Behandlungseinheiten dieser Art verfügt die Station im Herz-Jesu-Krankenhaus Dernbach über acht Betten. Zusätzlich ist eine separate Dachterrasse angegliedert, so dass die nuklearmedizinischen Patienten auch die Möglichkeit haben, sich im Freien aufzuhalten.

Bei der Radiojodtherapie werden nuklearmedizinisch, also ohne operativen Eingriff, beispielsweise bestimmte Veränderungen der Schilddrüse behandelt. Im Verlauf dieses schmerzfreien Verfahrens schluckt der Patient eine Kapsel, die den leicht strahlenden Wirkstoff Radiojod enthält und dessen Dosierung zuvor bei einer ambulanten Voruntersuchung individuell bestimmt wurde. Die Radiojodtherapie zeichnet sich durch einen nachgewiesenen besonders hohen Behandlungserfolg (mehr als 90%) der so behandelten Schilddrüsenveränderungen aus, was sich bei rund sechs Monate später erfolgenden Nachkontrollen bestätigt.
Die individuelle Dauer des Aufenthaltes in der angenehmen Atmosphäre der nuklearmedizinischen Station ergibt sich jeweils aus dem Ausmaß der Schilddrüsenveränderungen. Bevor der Patient entlassen wird, werden sowohl er selbst als auch seine sämtlichen Utensilien (Handgepäck und so weiter) auf eine verbliebene Strahlung hin getestet. So kann der Patient nach seiner Entlassung im Allgemeinen auch wieder seine gewohnte Arbeit aufnehmen.

Etwa eine Stunde nach Gabe des Radiojods darf der Patient wieder essen. Damit diese Substanz optimal aufgenommen wird, sollte er vorher sechs Stunden nüchtern sein. In den meisten Fällen wird etwa 24 Stunden nach Gabe des Radiojods die Aktivität über der Schilddrüse mit einem Messgerät von außen gemessen.

Zu diesem Zeitpunkt wird auch nochmals ein Szintigramm mit der schon von der Schilddrüse aufgenommenen Substanz durchgeführt. In Einzelfällen muss die Aktivitätskonzentration über der Schilddrüse auch häufiger gemessen werden, zum Beispiel nach zwei und sechs Stunden. Dies ist öfters bei den Fällen mit M. Basedow notwendig. Da die Aktivität bei dem Radiojodtest extrem gering ist, sind Strahlenschutzauflagen für diese Untersuchung praktisch nicht erforderlich.

Radiojodtest Messung der Konzentration des radioaktiven Jodes.

Muss man nach einer Radiojodbehandlung die mitgebrachte Kleidung vernichten?
Nein! Sie ist nicht "infektiös". Die Kleidung kann normal gewaschen werden. Auch Bücher, Zeitschriften und andere Dinge können problemlos weiterbenutzt werden. Falls Sie Zweifel haben sollten, fragen Sie das Personal auf der Station. Die Gegenstände können ohne Probleme auf radioaktive Strahlung gemessen werden.

Wie ist der Kontakt mit der Umgebung nach der Entlassung geregelt?
Nach der Entlassung müssen die Patienten keine besonderen Auflagen erfüllen. Sie sollten nur in den ersten ein bis zwei Wochen danach langen und engen Kontakt mit Schwangeren und kleineren Kindern, die eine besondere Strahlenempfindlichkeit haben, nach Möglichkeit meiden. Ein entsprechendes Merkblatt wird auf der Station ausgehändigt.

Wie sind die Erfolgsaussichten bei der Radiojodbehandlung?
Die Erfolgsaussichten sind als sehr gut zu bezeichnen. Die Besserung bei der Knotenstruma - ist ausführlich dargestellt. Nach einer größeren Sammelstatistik bei 2.178 Patienten mit Autonomie (Abbildung) waren 83% nach einer Radiojodbehandlung in einer Normalfunktion (euthyreot), nur 7% hatten danach noch eine Überfunktion (hyperthyreot) und 10% eine Unterfunktion (hypothyreot). Bei den so genannten differenzierten Schilddrüsenkarzinomen sind die Behandlungsaussichten ebenfalls als sehr gut zu bezeichnen, sie sind nur schwerer in Zahlen zu fassen.

Ergebnisse der Radiojodbehandlung bei Autonomien.

Muss man nach einer Radiojodbehandlung die mitgebrachte Kleidung vernichten?
Nein! Sie ist nicht "infektiös". Die Kleidung kann normal gewaschen werden. Auch Bücher, Zeitschriften und andere Dinge können problemlos weiterbenutzt werden. Falls Sie Zweifel haben sollten, fragen Sie das Personal auf der Station. Die Gegenstände können ohne Probleme auf radioaktive Strahlung gemessen werden.

Wie ist der Kontakt mit der Umgebung nach der Entlassung geregelt?
Nach der Entlassung müssen die Patienten keine besonderen Auflagen erfüllen. Sie sollten nur in den ersten ein bis zwei Wochen danach langen und engen Kontakt mit Schwangeren und kleineren Kindern, die eine besondere Strahlenempfindlichkeit haben, nach Möglichkeit meiden. Ein entsprechendes Merkblatt wird auf der Station ausgehändigt.

Wie sind die Erfolgsaussichten bei der Radiojodbehandlung?
Die Erfolgsaussichten sind als sehr gut zu bezeichnen. Die Besserung bei der Knotenstruma - ist ausführlich dargestellt. Nach einer größeren Sammelstatistik bei 2.178 Patienten mit Autonomie (Abbildung) waren 83% nach einer Radiojodbehandlung in einer Normalfunktion (euthyreot), nur 7% hatten danach noch eine Überfunktion (hyperthyreot) und 10% eine Unterfunktion (hypothyreot). Bei den so genannten differenzierten Schilddrüsenkarzinomen sind die Behandlungsaussichten ebenfalls als sehr gut zu bezeichnen, sie sind nur schwerer in Zahlen zu fassen.